Freitheit - jetzt rede ich Tacheles mit mir!

Die Idee der Freiheit

Sie ist so alt wie der Mensch selbst. Es ging immer darum frei zu sein, die Grundlage zu schaffen, damit Menschen in einem Verbund frei sein können und es ging auch immer um den Kampf frei zu werden. Dieser Kampf wurde nie von den Wenigen gekämpft, sondern aus den unterdrückten Nöten der Massen.

Eigentlich habe ich noch nie so wirklich über Freiheit nachgedacht. Vielmehr ist es ein Gefühl, nach dem ich immer gestrebt habe und das ich als die Grundlage des Seins für alle Lebewesen gefordert habe.

Heute geht es um das, was ich persönlich glaube, was Freiheit bedeutet: So kann ich gehen, wohin ich will; ich kann stehen, wo ich will und ich kann sein, wo ich will - rein theoretisch!
Ich kann, an etwas glauben oder auch nicht glauben!
Ich kann, etwas sagen oder eben auch nicht!

 

Das Argument: der freie Mensch durch die eigene Entscheidungsmacht

So stelle sich gleich zu Anfang die Frage, um den ausschlaggebenden Punkt der Wahl. Macht mich genau diese Entscheidungsmacht, also die Wahl zu haben, zu einem freien Menschen?

Um diese Frage zu beantworten, braucht es einen kleinen Exkurs: Gehen wir zurück in die Antike. Ein freier Mensch war damals nur jemand mit einer Seele. Ein freier Mensch war damals sowieso erst einmal nur ein Mann. Ein freier Mensch (damals) musste Steuern zahlen und ein freier Mensch (damals) wurde beschrieben dadurch, dass er die Macht zu entscheiden hatte. Sklaven, Frauen und Kinder hatten diese Freiheit nicht. Ohne diese Entscheidungsmacht war man (Mann) somit kein freier Mensch.
Die Erkenntnis über den freien Menschen, war damals schon bewusst. Und bis heute geht es doch immer noch, um die Macht der Entscheidung und die Wahl zu haben. Also ziehen wir den Vergleich zu heute. Ich bin zwar eine Frau und zahle derzeit nicht so wirklich Steuern, aber eine Seele habe ich und die Macht zu entscheiden auch. Somit bin ich frei. Doch so einfach gestaltet es sich nicht. Die Antwort wäre nicht ausreichend für eine so einfache, aber doch wieder komplexe Frage. Es schließt sich gleich eine weitere Frage an. Denn trotz Freiheit, stoße ich tagtäglich an Grenzen. Die Frage die sich mir stellt, ist somit: Wie frei bin ich?

 

Das Argument - die höchsten Grenzen: Natur und Gesellschaft

Keiner kann also nach dieser Erkenntnis absolut frei sein!
1. Wir sind konditioniert an die Regeln der Gesellschaft z. B. unsere Rechte und Pflichten.

2. Sind wir auch gebunden an die Regeln der Natur, die wir tagtäglich erleben z. b. wenn wir durch Krankheit ans Bett gefesselt sind oder auch an warmen Tagen und erschlagen fühlen. (Ich entschuldige den Pessimismus ;-))

Somit kann angenommen werden, wir sind frei, aber nur so frei wie es uns unserer gesellschaftlicher Rahmen, den wir im Zusammenleben schließlich selber schaffen, und den Naturgesetzen zu lassen. Es stellt sich in diesem Erkenntnisprozess die nächste Frage. Wie schaffe ich das gegebene Maß an Freiheit situativ und nachhaltig auszuschöpfen? Das Essentielle ist die Möglichkeit der Entscheidungsmacht. Macht im Sinne etwas tun zu können, zu seien. Wenn der Mensch privat und sozial schafft diese Entscheidungsmacht zu erhalten im Rahmen seiner Gesellschaft, kann er sagen, er hat eine breite und umfangreiche Freiheit im Vergleich zu den anderen Menschen erlangt.

Folglich: Wer Freiheit erlangen will, muss verstehen, dass es doch paradox ist, wenn wir von Freiheit in einem System oder in einer Gesellschaft reden, dass es, um Rechte und Pflichten geht, an die wir uns halten müssen und, dass es eben nicht, um die absolute Freiheit geht, sondern um ein gewisses Maß an Freiheit. Ein Maß welches ich erreichen kann, in dem mir gegeben natürlich und gesellschaftlichen Rahmen. Erst dann kann ich frei sein.

Natürlich will der Mensch dominieren - so zeigt es sich gegenwärtig in unseren globalen und gesellschaftlichen Systemen - denn die Tendenz des denkenden Tieres zeigt, dass er die Dominanz / die Überhand über das soziale und gesellschaftliche Hin und Her, sowie über die Natur erhalten will. Aber warum?
Die Antwort ist leicht gefunden und religiös zu begründen: Um ein Tag absolut frei zu sein. Religiös wird dieser Absolutismus erreicht durch den Tod und den Eintritt in den Himmel, das Paradies, der Ort ohne all diese irdischen Problem und Sorgen. An dem wir nicht mehr denken und erkennen müssen, um weiterzukommen. Derjenige der NICHT der Religion folgt, schwierig!

Ob der Mensch diesen Absolutismus auf Erden erreichen kann, das kann ich vor allem als angehende Agnostikerin nicht sagen, denn das weiß ich ja nicht! Aber es ist das Bestreben danach das uns Menschen treibt, um die Widersprüche und Probleme zu lösen und etwas dort in der Zukunft endgültiges zu erreichen.

Diese Suche nach Lösungen der Widersprüche z. B. sozialer Probleme, Kriege, Krisen und sozialer Unsicherheit und innerlicher Unsicherheit ist der Antrieb an die Humanität und findet sich auch als Bestandteil der Natur und des Kosmos wieder. Und es führt doch immer wieder auf das Große und Ganze hinaus. Denn wir sind alle nur ein Teil des Kosmos und gewiss nicht der Mittelpunkt des Geschehens! Ich selbst bevorzuge eine Art Absolutismus bereits auf Erden, so spricht hier also zugleich der Kulturoptimismus aus mir und dem Folgen natürlicher Energien, die letztlich immer eine Harmonie anstreben. Naiv, vielleicht!

 

Das Argument - meine geistige Freiheit

Seit dem ich nun wirklich angefangen habe, mir Gedanken über das Thema Freiheit zu machen, habe ich gemerkt, dass ich einen ganzen Abschnitt meines Lebens reflektiere, der vor allem mit meiner geistigen Freiheit zu tun hat. Ich hab verstanden, dass ich nur in einem gewissen Grad frei sein kann, die Möglichkeit habe einen höheren Maßstab an gesellschaftlicher Freiheit zu schaffen, das für alle, und das liegt der Entscheidungsmacht als Werkzeug der Freiheit zu Grunde. Aber vor der Erkenntnis war nun mal alles anders: Was in meinem Kopf abging und was ich noch dazu fühlte, würde ich nicht unbedingt als frei bezeichnen. Ich war geistig gefangen und das weil ich es so entschieden hatte. Ich habe das Werkzeug der Freiheit benutzt, um mit selbst gefangen zu halten. So frei ich mich fühle und so sehr ich behaupte, dass ich es war, war ich es eigentlich gar nicht. Ich steckte in einem Zwiespalt, von dem was ich sage sowie repräsentiere und dem was ich innerlich eigentlich war. Paradox! Und es geht bei der geistigen Freiheit bzw. eher dem Zwang oder diesem Eingesperrt sein, um das was ich glaube oder eben nicht. Aber warum?

 

Das Argument - vom Glaube zur Motivation

Also ich glaube, das ich nicht mehr an Gott glaube!

Meine Motivation war immer Gott. Er gab mir die innerliche Ruhe und Stabilität, damit ich meine Wahl treffen kann und auch dazu stehen kann, damit wenn die Wahl die Falsche war, ich einen Verantwortlichen hatte.
Durch die erlangte Erkenntnis komme ich zu dem Schluss, dass ich bis zu dem heutigen Tage noch keine grundlegend falschen Entscheidungen getroffen habe, aber sogar dafür brauchte ich Gott, damit ich sagen konnte, ja es ist so gewollt, ich bin auf dem richtigen Weg. Das ist mir bestimmt! Ich tue das Richtige und kann abends ruhig schlafen, denn auch morgen wird mein individueller Gott für meine Entscheidungen das sein!

Das heißt, ich bin an einem Punkt, an dem ich nicht an mich selbst glaube, auf eine gewisse Art und Weise. Und dieser NICHT-GLAUBE an mich selbst, nennen wir es Misstrauen, führt in eine Krise.

So schreie ich nach Freiheit, natürlich auch nach Freiheit für alle, und selber bin ich bis jetzt nicht fähig gewesen, diese Freiheit die ich habe, wirklich zu leben. Und doch behauptete ich, ich wäre frei. So glaube ich an die an Gott gebundene Freiheit, befinde ich mich weiter in einem „Teufelskreis" und erst der Ausbruch daraus, die Entscheidung ab sofort für meine eigene Sicherheit und Ruhe zu sorgen, ohne etwas, jemanden, ein Symbol oder eine Metapher dafür stehen zu lassen, dass ich an mich glauben kann und selber Verantwortung für meine Taten übernehme, wird mir die Möglichkeit auf das ganze Maß an Freiheit geben. Erst dann kann ich wirklich sehen und verstehen, was es heißt, frei zu sein!

Das Argument - die Seele

Die Griechen also meinten, um frei zu sein brauche man (Mann) eine Seele. Die Seele ist Alma und Alma kommt von Animo. Animo ist die Motivation, die einen zum Menschen macht und ihm die Freiheit gibt zu entscheiden!
Was die Griechen damals schon alles wussten, erstaunlich!
Dem zu Folge liegt die Wahl der Freiheit wirklich und vollkommen in eigener Motivation.

 

Das Argument - das Verstehen und die Erkenntnis

Wäre das nicht zu einfach gesagt, würde das nicht all das, wofür andere gekämpft haben, andere so sehr gelitten haben, aussagen, dass nur weil einem der Geist einen Streich spielte, sie nicht ihre Freiheit erkannt haben?
Wenn das so wäre, es scheint ja so der Logik her, so liegt es am menschlichen Verständnis, das wir erst an einen Punkt kommen müssen, an dem wir wirklich losgelöst sind von unseren Fesseln - von jeglichen Fesseln. Wenn man sich die Welt anschaut, ist das in Teilen schon passiert, aber das ist doch noch lange nicht für alle ausreichend und vor allem nicht für die Massen die folgen. Die Idee und Erkenntnis ist da, doch das Verständnis der Menschen zur Umsetzung fehlt! Wir sind den ganzen Tag so sehr davon blockiert, uns zu sagen, dass wir nicht können; was wir nicht tun sollten; was wir nicht machen werden und nicht glauben erreichen zu können. Anstatt einfach zu sagen, ich habe die Wahl getroffen und ich mache es, ohne die Angst vor den Konsequenzen. Wir grämen insgeheim in unseren Köpfen, stellen uns die Schönsten und Größten Sachen vor und glauben sie seien so unerreichbar. Eine wahnsinnige Erkenntnis die schon andere vor mir hatten und ich komme erst zu dieser Erkenntnis, in dem ich darüber rede.

Freiheit ist nicht nur basierend darauf, dass man die Entscheidungsmacht hat, sondern auch darauf, dass man diese Entscheidung wirklich umsetzen kann, weil ich weiß, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

 

Das Argument - Angst, Schmerz und Erkenntnis

Und so geht es letztlich beim Nicht-leben-der-Freiheit, um den Versuch schmerzlichen Erfahrung vorzubeugen, in dem ich nicht denke und nicht erkenne! So befinde ich mich, auf Grund der Angst vor einer schmerzlichen Erfahrung, in einer Gefangenschaft, die ich mir selbst auf erlegt habe. Sie ähnelt trotzdem der Gefangenschaft durch andere, hat aber einen wesentlichen Unterschied: Sobald ich erkenne, muss ich nicht erst gegen Tyrann, ein System oder die Welt und ihr Verständnis kämpfen, sondern muss es einfach nur an bzw. in mir ändern. Und wenn ich das nicht tue, dann bin ich die Einzige der ich den Vorwurf dafür machen kann, dass es nicht getan wurde.

Ich war bis jetzt doch nicht frei! Und vor allem nicht absolut frei, was ich immer so voller Stolz behauptet habe!

 

Ab jetzt kann ich wirklich frei sein!

Ich habe nun die Freiheit euch mit diesem oder jenem Gedanken zu lassen. Ich könnte nochmals versuchen die Freiheit in einige schlaue Sätze zu pressen, aber ganz ehrlich möchte ich euch nicht mit diesem Gedanken verlassen. Den letzten Gedanken den ich zur Freiheit fassen konnte, war die Erkenntnis darüber, dass mit allem was ich gerade versucht habe zu ergründen, ich unsere Welt und unser Sein reflektiere. So verzweifelt es mich manchmal macht, so wundervoll ist es darüber nachzudenken, zu grübeln, zu hocken, zu leiden, zu freuen, weiter zu kommen, zu wachsen und zu schöpfen. Ich habe gerade ein Glück gefunden, jetzt erst ist es mir wirklich bewusst: Ich habe das Glück im Denken gefunden, ich nenne es Revolutionen machen und Lösungen finden - das ist für mich sogar die „absolute" FREIHEIT!

 

Miss Dáilo

 

Die hier aufgezeigte Erkenntnis liegt einem Prozess zu Grunde, der kein Ende findet. Der Erkenntnisprozess hat sich in den letzten 3 Jahren, seit dieser Gedankenprozesses bewusst wurde, der natürlich gebunden ist an die Lebzeit, weiterentwickelt und die Erkentnnisse werden in folgenden Texten vielleicht teils widerrufen oder weiterentwickelt sein. Ich hoffe nur nicht auf einen Rückschrit ;-) Jedes Kommentar, jeder Tipp oder jegliche Kritik ist willkommen, um der Erkenntnis neuen Boden zu geben. Für weitere Gedanken gibt es eine kleine Empfehlung eines Menschen, der mir gut gesonnen ist im Leben und die philosophischen sowie spirituellen Gedanken über das Sein stetig fördert:

 

Kant – Kritik der reinen Vernunft

Schiller – Schillers theoretische Schriften

 

Sapere aude: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ (Kant)

 

 

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